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Über uns / About Us

Valerie Brosch

Durch die Lektüre von Anna Karenina kam ich zur russischen Literatur und über die Literatur schließlich zu meiner Beschäftigung mit Russland und Osteuropa im Studium. Hier kann ich die beiden Themen, die mich am meisten interessieren, miteinander verbinden: Feminismus und Osteuropa. Die Retraditionalisierung in Politik und Gesellschaft in Osteuropa und vielen anderen Ländern der Welt macht mich wütend. Aber sie spornt mich auch an. Denn die konservativen Rollen- und Familienbilder, die Einschränkungen der geschlechtlichen und körperlichen Selbstbestimmungsrechte der Menschen sind die Auswüchse des patriarchalen Systems, in dem wir leben. Je konservativer die Politik, desto wichtiger ist der Kampf! Und das ist auch für mich Feminismus – das Erkennen, Benennen und Bekämpfen der vielen diskriminierenden und sexistischen Facetten des Systems, damit jeder Mensch sich ganz gleich seiner Herkunft und seiner sozialen Situation selbstbestimmt und frei entfalten kann. Das Festival bedeutet mir sehr viel, da ich glaube, dass der Austausch und die Solidarität zwischen Frauen über die Grenzen hinweg wichtig ist. 

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It was through reading Anna Karenina that I came across Russian literature which ultimately lead to my focus on Russia and Eastern Europe in my studies. Through my studies, I am able to connect the two topics which interest me the most: feminism and Eastern Europe. The retraditionalization of politics and society in Eastern Europe, as well as globally, makes me furious. But, it also motivates me to act. Because the conservative ideas of gender roles and family, which undermine a woman’s right to self-determination, are the result of the patriarchal system in which we live. However, the more conservative the politics, the more important the fight! That is feminism for me; recognizing, naming, and combating the many discriminatory and sexist facets of the system so that every woman regardless of her origin and social situation can independently and freely develop. The festival means a lot to me because I believe that the exchange and solidarity between women across borders is extremely important.

Natalia Sobczuk

Mein Osteuropa Bezug? Ich habe meine Kindheit in der polnischen Hauptstadt verbracht, weiterhin bin ich als Teenagerin mit meiner Familie nach Düsseldorf umgezogen und nun ist jetzt Berlin mein neues Zuhause. Schon in meinen jüngsten Jahren interessierte ich mich für die Kunst, man kann sogar sagen, dass ich im Theater aufgewachsen bin. Auf der Bühne, in lyrischen Texten oder Musik fand ich schon immer meine Zuflucht. Mit der Zeit entwickelte ich auch eine politische Neugier, die auf den besorgniserregenden Veränderungen in meinem Herkunftsland basierte. Mit einem skeptischen Blick verfolge ich den konservativen Trend, der die freie Entfaltung der Kunst, die Gleichberechtigung gefährdete und gegen meinen Werten entsprach. Unser Frauenfestival sehe ich, als eine Möglichkeit die beiden Interessen zu verbinden und Menschen mit ähnlichem Interesse zusammenzubringen.

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My connection to Eastern Europe? I spent my childhood in the Polish capital, moved to Düsseldorf with my family as a teenager and now Berlin is my new home. In my earliest years, I was already interested in the arts, one could even say, that I grew up in the theater. On the stage, in lyrical literature, or in music I’ve always found my refuge. Over time I also developed a political curiosity based on the distressing changes in my home country. With skepticism, I’ve been following the conservative trends that endanger the free development of art and equal rights which are not consistent with my values. I view our women’s festival as an opportunity to combine these two interests and to bring people with similar interests together.

Katja Köhler

Ich bin sowohl mit der westlichen als auch der osteuropäischen Kultur aufgewachsen. Mein Vater war im deutschen Konsulat tätig, als er meine Mutter in Kiew traf und sie sich verliebten. Ich wuchs mit meinen Eltern in der Nähe von München auf und fühlte oft den Widerspruch zwischen dem Weltverständnis des deutschen und des ukrainischen Familienteils. Ich habe sehr viel Druck von beiden Seiten erhalten einer bestimmten Frauenrolle zu entsprechen. Ich habe mich seit meiner Kindheit sehr viel mit der Thematik von Weiblichkeit auseinander gesetzt und deren Bedeutung für mich. Erst in den letzten zwei Jahren konnte ich den Konflikt zwischen einer weiblichen „schwachen“ Rolle und meiner Selbstbestimmung sowie die Schönheit einer Frau und meinen Stolz lösen. Ich war von dem Ausbruch der Ukraine-Krise persönlich betroffen und habe mich um diese Situation zu verarbeiten für ein Bachelorstudium der Politikwissenschaft entschieden. Ich möchte die Welt verstehen und etwas Gutes hinterlassen. Nun studiere ich den Master Osteuropastudien mit dem Ziel eine vermmittelnde Rolle zwischen Ost und West einzunehmen und zu mehr Kooperation beizutragen.

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I grew up with both Western and Eastern European culture. My father was working in the German Consulate when he met my mother in Kiev and they fell in love. I grew up with my parents near Munich and often felt the discord between my German and Ukrainian family’s understanding of the world. I received a lot of pressure from both sides to conform to a certain role for women. Since my childhood, I have been dealing with the topic of femininity and its meaning to me. Only in the last two years have I been able to resolve the conflict I felt between a „weak“ female role and my self-determination as well as the beauty of a woman and my pride. I was personally affected by the Ukrainian crisis and in order to deal with this situation I decided to pursue a bachelor’s degree in political science. I want to understand the world and leave something good behind. Now I am pursuing a master’s in Eastern European Studies with the aim of playing a mediating role between East and West and contributing to more cooperation.

 

Markéta Kroupová

„Wer von Ihnen würde sich selbst als Feministin bezeichnen?“, fragte eine Referentin während eines zufälligen Vortrags vor einigen Jahren in Prag, meiner Heimatstadt. Ich hob langsam meine Hand, und als ich mich umsah, wurde mir klar, dass ich fast keine anderen Hände sah. In aller Eile senkte ich meine Hand wieder und tat so, als wollte ich mich gerade am Kopf kratzen. Da wurde mir klar, wie absurd die Situation war. Mir wurde klar, dass ich Angst davor hatte, öffentlich zuzugeben, dass ich der Meinung bin, dass Frauen und Männer gleich behandelt werden sollten. Dass Werbungen, wie z.B. für Badezimmerfliesen mit einer Frau in Dessous, nicht lustig und auch nicht in Ordnung sind. Dass ich nicht „darum gebeten“ habe, als ich bei 35° C in Shorts spazieren ging und zwei zufällige Typen meine Beine lautstark kommentierten. Sogar jetzt habe ich ein leichtes Unbehagen, dass einige der Leute, die ich kenne, diese Überschrift lesen werden. Das ist für mich ein deutliches Zeichen, dass etwas nicht stimmt und dass die Ungleichheit immer noch tief in der Gesellschaft und sogar in mir verankert ist. Also, für alle, die dies lesen: Ja, ich bin Feministin.

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„Which one of you would label themselves a feminist?“, asked a speaker during a random lecture a couple of years ago in Prague, my hometown. I raised my hand slowly and looking around I realised I saw nearly no other hands. Hastily, I put down mine, pretending I was just about to scratch my head. That is when it occurred to me, just how absurd the situation was. I realised I was scared to publicly admit that I feel that women and men should be treated equally. That advertising bathroom tiles with a woman in lingerie isn’t funny or okay. That I wasn’t „asking for it“ when I went on a walk wearing shorts in 35° C and two random guys loudly commented on my legs. Even now I feel slightly uneasy that some of the people I know will read this caption. That is a clear sign to me that something is wrong and that inequality is still deeply embedded in society and even in me. So, for everyone reading this: Yes, I am a feminist.

Gloria Geyer

Mein Interesse an Osteuropa wurde geweckt, als ich ein Semester in Krakau studiert habe. Dort wurde mir bewusst, dass ich keine Ahnung von der osteuropäischen Geschichte habe – und meine Neugier wurde immer größer. Ich denke, dass Kunst ein guter Weg ist, um nicht nur die Geschichte eines Landes, sondern auch aktuelle Themen kennenzulernen und sich damit auseinanderzusetzen. Ich hoffe, dass mehr Menschen durch die kreative Art und Weise von Künstlerinnen mit schwierigen osteuropäischen Themen in Berührung kommen und ihren Geschichten zuhören – denn diese Perspektiven werden in einer patriarchalischen Welt nur selten erzählt.

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My interest in Eastern Europe began when I studied in Krakow for a semester in 2018. I realized that I knew very little about Eastern European history and so my interest grew. I think art is a good way to learn about and understand not only the history of a country but also current events and issues. Through the stories and creative work of women artists, I hope that more people learn about and engage with the current political and cultural issues in Eastern Europe, because these perspectives are rarely told in a patriarchal world.

Callie Starn

Mein Name ist Callie Starn und ich studiere am Osteuropa-Institut der Freien Universität Berlin. Ursprünglich komme ich aus den USA, wo ich an der UC Berkeley meinen Bachelor in vergleichender Literaturwissenschaft gemacht habe. Mein Interesse an Osteuropa wurde während meines Bachelor-Studiums durch slawische Literatur geweckt. Aus diesem Grund entschied ich mich für den an der Freien Universität angebotenen Masterstudiengang Osteuropastudien, in dem ich mich sowohl mit der deutschen als auch mit der slawischen Kultur beschäftige.

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My name is Callie Starn and I am a graduate student at the Eastern European Institute at Free University in Berlin. I’m originally from the US where I completed my Bachelor’s in comparative literature at UC Berkeley. My interest in Eastern Europe began during my Bachelor program, where I was introduced to Slavic literature. This led me to pursue the Eastern European Studies Master’s program offered by Freie Universität, where I could further my studies in both German and Slavic culture.

Daria Stanchuk

Mein Name ist Daria Stanchuk und ich bin 24 Jahre alt. Ich bin in der Zentralukraine geboren und im Süden des Landes aufgewachsen. Während meines Bachelorstudiums von Kommunikation- und Politikwissenschaft an der FU Berlin bin ich mit vielen Themen in Berührung gekommen, aber die Gender Studies haben mein Interesse besonders geweckt, da ich mich schon seit den Schuljahren mit den Fragen der Frauenrechten und der geschlechtlichen Ungerechtigkeit beschäftigt habe. In meinem Masterstudium der Osteuropastudien hatte ich die Möglichkeit, mein Interesse weiterzuentwickeln und die Spezifika der osteuropäischen Region durch die Gender Perspektive zu betrachten.

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My name is Daria Stanchuk and I am 24 years old. I was born in central Ukraine and grew up in the south of the country. While studying communication and political science at FU Berlin for my bachelor, I came into contact with many topics, however, gender studies particularly piqued my interest, as I have been dealing with the issues of women’s rights and gender injustice since my school years. In my master’s degree in Eastern European Studies, I had the opportunity to further develop my interest and view Eastern European region through this gender and feminist lens.